Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V.
Der Verein für die Geschichte des Messingwerkes.

Das Umfeld

Zu den markantesten Kulturlandschaften der Region Berlin- Brandenburg gehört das Finowtal. Es kann als Wiege der brandenburg- preußischen Industrie bezeichnet werden. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts entstand hier – im heutigen Stadtgebiet von Eberswalde – das erste „ industriell“ – gewerbliche Zentrum der Mark. Wie auf einer Perlenschnur sind die Industriesiedlungen, darunter das 1698 begonnene und am 01.07.1700 eröffnete Messingwerk, am Finowkanal aufgereiht.

Das Messingwerk und seine Siedlung haben eine wechselvolle Geschichte. Nach der Gründung wurde es in den ersten Jahren verpachtet, z.B. an das Berliner Handelshaus Splittgerber und Daum von 1729 - 1785, bzw. administrativ verwaltet bis es 1863 zum Verkauf ausgeschrieben wurde. Die Brüder Josef und Gustav Hirsch, eine jüdische Familie aus Halberstadt mit Erfahrungen in einem Kupferwerk in Ilsenburg, erwarben das Werk.

Der neue Besitzer Gustav Hirsch übernahm 1863 die Leitung des Betriebes. Er trug dazu bei, dass die Werksiedlung erhalten und ausgebaut wurde. 1886 lässt sich Gustav Hirsch ein eingeschossiges Wohnhaus bauen, das 1916 im Auftrag von Siegmund Hirsch zu einer repräsentativen 2-geschossigen Villa umgebaut wurde. Die Planung des Umbaus lag in den Händen von Paul Mebes, der in den Jahren 1913 - 1920 für die Planung verschiedener Bauwerke in der Messingwerksiedlung verantwortlich zeichnete. (Wohnhäuser am Gustav-Hirsch-Platz, Wasserturm, Torbogenhaus und Neuwerk vom Messingwerk)

Die Mitarbeiterzahl der Messingwerke stieg bis 1907 auf 950. Die entstandene Wohnsiedlung blieb, obwohl nun viele Arbeiter von „außen” ins Werk kamen, der Mittelpunkt des Lebens der Stammbelegschaft.

Gustav Hirsch und später sein Neffe Aron sowie dessen Sohn Siegmund Hirsch trugen nicht nur Verantwortung für den Betrieb, sondern auch für die eigenständige Entwicklung der Gemeinde Messingwerk.

Unter den ständigen Erweiterungen der Messingwerksiedlung sind die 1931/32 erbauten 8 Musterhäuser mit neuartigen Kupferblechverkleidungen(mit Einfluss des Bauhauses unter Walter Gropius) bemerkenswert.


Prägend für die Siedlung sind folgende Gebäude:

Erfahren Sie bei uns in Eberswalde mehr über die Messingwerksiedlung.
Auch die Hirsch-Villa und das Alte Hüttenamt sind bedeutende Gebäude der Messingwerksiedlung in Eberswalde.

Hirsch-Villa, Altes Hüttenamt und Torbogenhaus

Das Torbogenhaus ist ein prägendes Gebäude für die Messingwerksiedlung in Eberswalde.

Torbogenhaus

1916-18 errichtet nach Entwürfen von Mebes & Emmerich, diente der Erweiterung des alten Hüttenamtes. Einmalig sind im Eingangsbereich farbenprächtige Mosaiken und die Bleiverglasung im Treppenhaus, entworfen von Cesar Klein, Berlin und realisiert von der Berliner Firma Puhl&Wagner.

Auch die Aufstockung der Villa ist von Paul Mebes geplant worden.


 

Mosaik und Bleiverglasung im Torbogenhaus. Kunstwerke von Cesar Klein.

 

 Arbeiterwohnhäuser aus dem frühen 20. Jahrhundert - heute: Gustav- Hirsch- Platz


 

Arbeiterwohnhäuser (aus dem 18. Jahrhundert) in der Erich-Steinfurt-Straße und am Gustav-Hirsch-Platz


Schule mit 2 Lehrer-wohnungen rechts neben der Schule (heute Eichamt Eberswalde)


 

Messingwerker Friedhof mit Friedhofskapelle

Teufelsbrücke am Finowkanal

Ehemaliges Wasserkraftwalzwerk (inzwischen wurde nach einem Brand der oberirdische Teil abgebrochen)


Ehemaliges Verwaltungs- und Laborgebäude (heute: Wohnhaus,  Hofseite; wurde im Jahr 2002 saniert)

(Hofseite vor der Sanierung und im Winter)



Straßenansicht

Fries an der Villa-Hirsch(Dieses Gebäude wartet noch auf die Sanierung durch den Eigentümer.)

Der Durchgang zum Gustav-Hirsch-Platz

Haus für den Werkdirektor Lewy (neben der Villa)

Die Sukka (Laubhütte) auf der Hofseite am Alten Hüttenamt (Foto von 2000) vor der Sanierung des Gebäudes im Jahr 2006

Über Seilrollen konnte das Dach der Sukka geöffnet werden

Gesimsmalerei im Innern der Sukka

Lattenrost zum Ausschmücken während des Laubhüttenfestes


Ehemaliger Pferdestall (Pferdekopf am Giebel)

Wasserturm in schwarz-weiß (Foto: F. Schäfer)

(Gibt es auch als Postkarte bei uns)

Die Sukka ist inzwischen restauriert und im Raum für das Gedenken an das jüdische Leben gegenüber dem Alten Hüttenamt untergebracht worden.

Führungen durch die Messingwerksiedlung nach telefonischer Absprache unter Tel.: 03334 23 78 46 bietet Ihnen Karl-Dietrich Laffin.

Der Messingwerker Goldfund vom 16.Mai 1913

Er besteht aus 81 Teilen, ist 2,6 kg schwer und hat einen Feingoldanteil von 80 Prozent. Seid 1945 liegt er im Puschkinmuseum in Moskau. (Als Postkarte vorhanden.)

Eine Gesamtansicht der Siedlung

Einweihung der Stele zur Erinnerung an den Gold-fund im Jahr 1913 bei Ausschachtungsarbeiten für ein Wohnhaus am Gustav-Hirsch-Platz. Die Stele wurde am 07.10.2005 zum 100-jährigen Bestehen des Vereins für Heimat-kunde zu Eberswalde e.V. eingeweiht gemeinsam mit dem Lionsclub Eberswalde.



360° Rundblick vom Wasserturm